Mau-Mau: Regeln und die häufigsten Hausregeln

Mau-Mau: Regeln und die häufigsten Hausregeln

Kaum ein Kartenspiel ist in deutschen Haushalten so verbreitet wie Mau-Mau — und kaum eines wird so unterschiedlich gespielt. Wer als Kind die Regeln gelernt hat, stellt spätestens beim ersten Spielabend mit Fremden fest: Die eigene Version ist oft eine Mischung aus Grundregeln und familiären Eigenkreationen. Dieser Artikel erklärt das klassische Regelwerk und die sieben häufigsten Hausregeln, damit ihr vor dem nächsten Spiel schnell eine gemeinsame Basis findet.

Die Grundregeln auf einen Blick

Mau-Mau wird mit einem normalen Skatblatt (32 Karten) gespielt, funktioniert aber auch mit einem Doppelpack. Jeder Spieler erhält zu Beginn fünf Karten. Eine Karte wird offen auf den Tisch gelegt und bildet den Ablagestapel — der Rest bildet den Nachziehstapel.

Wer an der Reihe ist, darf genau eine Karte ablegen, wenn sie passt. Eine Karte passt, wenn:

  • die Farbe übereinstimmt (z. B. Kreuz auf Kreuz), oder
  • der Wert übereinstimmt (z. B. Sieben auf Sieben).

Wer nicht legen kann, zieht eine Karte vom Nachziehstapel. Ist diese auch nicht legbar, ist die nächste Person dran. Wer seine vorletzte Karte ablegt, muss laut „Mau!" rufen — wer das vergisst, zieht zur Strafe zwei Karten nach. Wer die letzte Karte legt, ruft „Mau-Mau!" und gewinnt die Runde.

Die Sonderkarten im Grundspiel

Bereits im Standard-Regelwerk gibt es drei Karten mit besonderer Wirkung:

  • Bube: Darf auf jede Karte gelegt werden, unabhängig von Farbe oder Wert. Der Spieler wünscht sich eine neue Farbe. Der nächste muss dann eine Karte dieser Farbe legen — oder erneut einen Buben.
  • Sieben: Der nächste Spieler muss zwei Karten ziehen, es sei denn, er legt selbst eine Sieben. Dann muss der Übernächste vier Karten ziehen (Stapeln). Wer die Kette nicht fortführen kann, zieht die angesammelten Karten.
  • Ass: Der nächste Spieler wird ausgesetzt. Bei nur zwei Spielern darf man direkt nochmal legen.

Mau-Mau als Lernspiel für Kinder

Mau-Mau eignet sich gut für Kinder ab etwa fünf Jahren. Das Spiel trainiert Farbzuordnung, einfache Wenn-dann-Logik und Konzentration, ohne zu überfordern. Entscheidend für jüngere Kinder: Halte die Hausregeln zunächst auf ein Minimum. Eine Version mit nur drei Sonderkarten (Sieben, Ass, Bube) ist überschaubar und lehrreich zugleich. Das Einfordern des „Mau!"-Rufs schult außerdem die Aufmerksamkeit aller Mitspieler.

Die sieben häufigsten Hausregeln

Diese Varianten sind in vielen Familien fester Bestandteil — aber eben nicht überall. Klärt vor dem Spiel, welche gelten.

  1. Doppelter Achter (Aussetzen): Die Acht legt den nächsten Spieler lahm — er setzt eine Runde aus. In manchen Versionen kann eine zweite Acht diesen Effekt weitergeben.
  2. Bube wünscht Farbe: Entspricht bereits dem Grundregelwerk, wird aber mancherorts so gespielt, dass der Bube keine Farbwahl erlaubt und einfach auf jeden Wert gelegt werden darf. Beide Varianten sind weit verbreitet — Absprache nötig.
  3. Siebener stapeln: Mehrere Siebener dürfen aufeinandergelegt werden. Die Ziehpflicht summiert sich auf vier, sechs oder mehr Karten für denjenigen, der die Kette nicht verlängern kann.
  4. Karte ansagen beim Ass: Wer ein Ass legt, darf neben dem Aussetzen auch die Farbe bestimmen — ähnlich wie beim Buben. Das macht das Ass mächtiger als im Standard.
  5. Legen statt Ziehen: Wer eine passende Karte auf der Hand hat, muss sie legen — Ziehen ist nicht erlaubt. Diese Regel beschleunigt das Spiel erheblich.
  6. Strafkarten bei vergessem „Mau": Statt zwei Strafkarten werden manchmal drei oder sogar die gesamte Handkartenzahl verdoppelt. Absprache lohnt sich, gerade mit Kindern.
  7. Geschlossene Runde: Ist der Nachziehstapel aufgebraucht, wird der Ablagestapel bis auf die oberste Karte neu gemischt und als neuer Nachziehstapel verwendet. Diese Regel ist eigentlich Standard, wird aber erstaunlich oft vergessen.

Vor dem Spiel kurz absprechen

Der häufigste Streit bei Mau-Mau entsteht nicht durch unehrliches Spiel, sondern durch unterschiedliche Regelvorstellungen. Fünf Minuten Klärung vor der ersten Karte ersparen Frust hinterher. Einigt euch mindestens auf: Darf gestapelt werden? Welche Karten setzen aus? Gibt es Strafregeln bei vergessenem „Mau!"?

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